in Köln setzen wir uns ein weiteres Mal mit der Geschichte und Aufarbeitung des Nationalsozialismus auseinander. Nach der
Gedenkstätte Deutscher Widerstand (GdW) im Bendlerblock sowie der
Blindenwerkstatt Otto Weidt in Berlin folgt nun das dritte und größte Projekt für das EL-DE Haus in Köln:

Das EL-DE-Haus am Appellhofplatz in Köln |
Das Eckhaus am Appelhofplatz im Zentrum der Stadt, das seinen Namen den Initialen seines Erbauers
Leopold
Dahmen verdankt, war ursprünglich als Wohn- und Geschäftshaus geplant. 1934 wurde es dann jedoch im Rohbau von der Gestapo angemietet und zu einem Gefängnis umgebaut. Heute ist dieser Ort zu einer Gedenkstätte geworden, die an Verfolgung, Folter und Mord in der NS-Zeit erinnert. Es stellt in Deutschland eine der am besten erhalten gebliebenen Haftstätten aus dieser Zeit dar. Einzigartig sind die 1800 Wandinschriften von Häftlingen, die an die mit diesem Hause verbundenen Schrecken der NS-Zeit erinnern.
Dem Konzept der Ausstellung folgend, haben wir auch in unserer Audioführung zwei thematische Schwerpunkte gesetzt: In einem ersten Teil wird der Besucher über die Geschichte des Hauses informiert und erfährt mehr über die Gesamtentwicklung des „Nationalsozialismus in Köln". In unserem Rundgang werden wichtige Themen wie Aufstieg und Machtergreifung, Gleichschaltung, Anpassung und Unterdrückung, Rassenpolitik, Propaganda sowie die Jüdische Geschichte in der NS Zeit angesprochen.

Der Zellengang in Keller des Hauses
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Die „Gedenkstätte Gestapogefängnis“ im Keller des Hauses bildet den Mittelpunkt des NS-Dokumentationszentrums und stellt somit auch den zweiten thematischen Schwerpunkt unserer Führung dar. Hier werden vor allem die Inschriften und Zeichnungen der Häftlinge thematisiert, die mit Bleistift oder Kreide, vereinzelt mit Lippenstift geschrieben oder mit Eisennägeln, Schrauben oder Fingernägeln eingeritzt wurden und von einzelnen Schicksalen erzählen:
„Ich kann nicht mehr leben ohne meine kleine Tochter, ich glaube, ich werde in diesem Haus wahnsinnig! Wenn es nur um mich ginge, würde ich gern vor Hunger sterben, aber ich habe meinen kleinen Schatz Christiane, für sie muss ich am Leben bleiben, …“
Es sind Zeilen wie diese, die zu zeitgeschichtlichen Quellen werden und Leid und Trauer, aber auch Selbstbehauptung und Aufbegehren der Gefangenen dokumentieren.
Bei der Produktion war es für uns eine große Herausforderung, dieses Thema angemessen aufzuarbeiten und den damit verbundenen tragischen Schicksalen gerecht zu werden. Nun ist die Führung seit Mitte Januar in sechs verschiedenen Sprachen, darunter auch russisch und polnisch, zu hören.
EL-DE-Haus - NS-Dokumentationszentrum
Appellhofplatz 23-25
50667 Köln